Mittagessen

Bericht February 16th, 2010

Frühstücken und Abendessen tue ich immer zu Hause. Morgens esse ich meistens japanisch, d.h. Miso-Suppe, Nattou, etwas Fertig-Fisch und dazu Reis natürlich. Wenn es schnell gehen soll oder ich einfach keine Lust habe all die kleinen Tellerchen vorzubereiten mache ich es wie damals in Deutschland: Eine Banane (in kleine Stücke geschnitten) plus 3 Müsli-Sorten, am Ende Milch drüber, fertig!

Beim Abendessen gebe ich mir etwas mehr Mühe. Da probiere ich auch gerne mal aus. Ich nenne es absichtlich nicht kochen, da ich es nicht kann und da es mehr ein Mischen von verschiedenen Zutaten ist, die zufällig günstig im Supermarkt waren und miteinander harmonieren könnten. Heute habe ich aber nicht experimentiert: Ein klassischer Curry-Gulasch nach japanischer Art.

Mein Mittagessen esse ich allerdings (werktags) in der Kindertagesstätte. Ich bezahle dafür monatlich einen geringen Betrag, aber es lohnt sich zu 100%! Es ist super lecker und oft ziemlich aufwendig. Das Mittagessen ist dort nicht einfach Proviant in der Mitte des Tages um den Magen zu füllen. Es ist auch ein wichtiger Teil des Programms, hinsichtlich der Erziehung der Kinder.

Wenn es etwas besonderes aus einem bestimmten Gebiet Japans gibt, bspw. eine Suppe mit speziellen Zutaten, die man normalerweise nicht so zu sehen bekommt, dann wird vor dem Essen eine Landkarte gezeigt und erklärt woher die Zutat kommt, wie sie entsteht und wie man sie einsetzt. Das Essen schmeckt einfach viel besser, wenn man genau weiß was man gerade isst, meiner Meinung nach.

Das ganze Mittagessen, ist übrigens stets im Buffet-Format. Es gibt jedes mal 2-4 Teller, je nach dem was es an dem Tag gibt. (Nebeninfo: Eine Besonderheit der japanischen Küche ist dass es stets auf mehreren Tellern verteilt serviert wird.)

Die 3-Jährigen lernen gerade sich das Essen selber aufzutun. Die 4-5 Jährigen können das alles schon. Die unter 3-Jährigen essen getrennt in einem anderen Raum. Vor jedem Essen hohlt sich jeder sein Geschirr, sein Besteck und seine Serviette selber ab. Jedes Kind stellt sich beim Essen-Auftun an. Während des Essens darf sich natürlich unterhalten werden und Nachschlag genommen werden, aber die gegebene Zeit sollte eingehalten werden.

Es kommt oft vor, dass die Kinder sich versehentlich zuviel auftun und nicht mehr können. In solchen Fällen, kommt eigentlich täglich bei 1-3 Kindern vor, wird pedagogisch korrekter Beistand geleistet. Da merke ich immer, dass ich in der Hinsicht nicht speziell ausgebildet bin. Die Betreuerinnen und Betreuer sind unglaublich Schlagfertig und bringen es den Kindern unglaublich gut bei. Ich könnte das wie gesagt spontan nicht so gut hinbekommen. Sie versuchen die Kinder mit Worttricks und Argumenten zu überzeugen und in etwa 70% der Fälle isst das Kind sogar komplett auf, ohne dass es dannach gedemütigt ist oder das dem Kind schlecht wird.

Am Ende bringt jeder sein Geschirr an die Theke, wo Teller, Tassen und Besteck geordnet zurückgegeben werden. Überdies, wischt jedes Kind selber einmal mit dem Lappen über seinen Tischplatz und schmeißt anschließend seine Serviette in den Papierkorb. Dannach geht es zum Zähne putzen in das Nebenzimmer.

Meine Aufgabe ist es dann immer mit einem weiteren Betreuer zusammen den Esssaal zu säubern, d.h. Tische wischen, Boden fegen und Boden wischen.

Heute gab es in einer Ingwer-Soße gegarte Fleischstückchen, dazu eine Miso-Suppe mit bestimmt mehr als 10 verschiedenen Zutaten, dazu noch ein Kartoffelsalat, dazu noch Cabbage (eine Art Kohl) und was natürlich nicht fehlen darf ist Reis. Es ist aber nicht immer japanisch. Aufläufe, Pasta, Brot, europäische Suppen etc. werden auch des Öfteren zubereitet.

Es wird im Übrigen auch immer drauf geachtet, dass das Essen ausgewogen ist und dass das Kind beim Auftun auch an die Ausgewogenheit denkt. Bspw. wird den Kindern immer gesagt, dass sie zu jedem Fisch- oder Fleischhappen auch einen Happen vom Salat auftuen sollen. Genug zu Trinken (Tee, Zimmertemperatur) ist dabei natürlich auch nicht außer Acht zu lassen.

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P.S Hat zwar nichts mit dem Eintrag zu tun, aber das Spam-Bombardement hier bei Wordpress ist die Hölle. Ich bekomme jeden Tag mindestens 3 Spam-Kommentare. Meist irgendetwas mit insurance oder Asian girls. Insurance erinnert mich an den Brand, den ich vor einigen Einträgen erwähnt hatte. Asian girls-Spams bekomme ich anscheinend, weil dieser Blog nun einmal von meinem Aufentahlt in Japan handelt. Schrecklich. Vielleicht bekomme ich nach diesem Eintrag ja Spams mit Kochrezepten!

Sicherheitskarte

Bericht February 9th, 2010

Noch wenige Tage, dann ist genau ein Virtel meiner Zeit als Zivildienstersatzleistender in einer japanischen Kindertagesstätte vorüber.Es macht natürlich immer noch genauso Spaß wie am ersten Tag, ich lerne ständig Neues kennen und es gibt immer etwas zu tun.

Ich hatte vor einigen Einträgen, bzw. in mehreren vorherigen Einträgen erwähnt, dass ich an einer Sicherheitskarte arbeite. Die ist nun zu 100% fertig gestellt. Es gibt 2 Versionen: Eine Grobe und eine Detaillierte. Die Grobe bekommt jede Aufseherin / jeder Aufseher, während die Detaillierte griffbereit im Büro vorzufinden ist.

Die grobe Version beinhaltet Routen zu Parks, Kinderspielplätzen und ähnlichen Orten. Zudem noch eine Karte auf der Krankenhäuser, Kliniken, öffentliche Toiletten, öffentliche Trink- sowie Telefonanlagen, im Krisenfall zugängliche Brunnen, weitere Kindertagesstätten sowie Kindergärten, Tankstellen und Polizeistationen gekennzeichnet sind. Das alles zu makieren und vorher zu recherchieren hat ziemlich Zeit und Aufwand gekostet.

Doch das war wie gesagt nur die grobe Version…

Die detaillierte Karte beinhaltet Photos aller o.g. Vermerke, bis auf die der Brunnen, da diese wirklich nur im Krisenfall zugänglich sind. Das ist natürlich noch nicht alles. Bei allen Krankenhäusern und Kliniken steht bei um was für Kliniken es sich handelt, bzw. was diese behandeln (innere Medizin, Kinderarzt, Augenarzt etc.).

Diese Sicherheitskarten sind wichtig für den Ernstfall. Wenn es Japan richtig bebt, dann muss man auf alles gefasst sein. Bspw. wurden Tankstellen vermerkt, damit man an Gas und Öl zum heizen kommt. Alle Telefonanlagen, falls das Mobilfunknetz überlastet ist, bzw. überhaupt noch funktioniert.

Der Co-Direktor der Kindertagesstätte hat die Karte bei einer Konferenz (auf der ich natürlich nicht dabei war) vor vielen Direktoren und Co-Direktoren weiterer Kindertagesstätten gezeigt und viele waren sehr angetan von dem Endprodukt. Im Juni dieses Jahres werde ich somit eine weitere Sicherheitskarte im ähnlichen Stil für eine andere Kindertagesstätte anfertigen.

Ich freue mich schon darauf, denn die Arbeit hat sehr Spaß gemacht und ich habe vieles dabei gelernt: Vieles in Sachen Krisenmanagement, den Umgang mit der Software und vor allem “den Ernst der Lage”. Forscher sind überzeugt, dass in absehbarer Zeit ein großes Beben das Gebiet Kanto (das Tokyo mit einschließt) erschüttern wird. Wenn es dann soweit ist, wäre es bereits zu spät sich dann um die Sicherheit zu kümmern. Die Sicherheit muss einfach von vornherein gegeben sein, vor allem wenn es um das Leben der Kinder geht. Ich denke die Kindertagesstätte in der ich tätig bin geht sehr vorbildlich mit dem Thema Krisenmanagement um.

Heute war unglaublich angenehmes Wetter. Fast 20 Grad! Es tut so gut den warmen Wind durch meine inzwischen 1,5 cm langen Haare wehen zu lassen. Ich lasse zur Zeit meine Haaren etwas wachsen, nach bestimmt 3 Jahren 3 Millimeter Kurzhaarschnitt.

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Ich wünsche allen einen guten Start in die Woche und bedanke mich noch einmal recht herzlich für’s Lesen!

Rührendes Schauspiel

Bericht January 19th, 2010

Mit dem Brand habe ich mich inzwischen abgefunden. Die Ursache scheint immer noch unbekannt zu sein. Aber darüber wollte ich ja diesmal ja gar nicht berichten…

Heute morgen traten alle Kinder (0 bis 5 Jahre alt) der Tagesstätte, jeweils in ihren Gruppen vor versammeltem Publikum auf! Insgesamt lief das ganze Programm etwa eine Stunde.

Die 0 bis 1-Jährigen traten zusammen mit ihren Betreuerinnen auf. Die Kinder waren ziemlich verwirrt und wussten sicherlich überhaupt nicht was da vor sich ging. Trotzdem reagierten sie auf das was die Betreuerinnen ihnen vorsangen! Am Ende sangen sie “…und alle Kinder drehen sich!” und die meisten Kinder drehten sich dann wirklich im Kreis! Das war wirklich nett!

Die Gruppe der 2-Jährigen trat ebenfalls mit ihren Betreuerinnen auf. Sie stellten einen Besuch in einem Zoo dar, zu dem sie per Zug (die allbekannte Polonäse) fuhren. Die Kinder haben super mitgemacht und alle haben wirklich geschauspielert! “Oh, seht dort, die Giraffe frisst die Blätter von den Bäumen!” und alle Kinder schauten in die Richtung, schauten hoch und riefen “Oh, wirklich!”. Begleitmusik kam von einem Klavier. In Japan müssen übrigens alle Erzieherinnen (die sich wirklich als solche offiziell nennen dürfen) ein Instrument spielen können, bei dem sie gleichzeitig etwas vorsingen können, sprich Gitarre, Klavier etc.

Die Gruppe 3-Jährigen trat schon ohne Betreuerinnen auf. Die Betreuerinnen saßen mit im Publikum und gaben ab und an einige Anweisungen. Diese Gruppe performte eine Art Musik-Schauspiel, d.h. zu Beginn war es eine Geschichte im Wald und anschließend haben alle zusammen gesungen und mit ihren Pappinstrumenten “musiziert”. Das eine Kind war richtig cool auf seiner Luftgitarre!

Die Gruppe der 4 bis 5-Jährigen führten gleich 2 Theater-Stücke auf (Betreuerinnen wieder im Publikum)! Das erste spielte wieder im Wald. Es war ein Versteckspiel, bei dem die Kinder Eichhörnchen, Bären, Uhus und Hasen darstellten. Es ist ebenfalls extrem gut abgelaufen. Ohne irgendwelche Zwischenfälle, wenn ich das richtig gesehen habe!

Das 2. Theaterstück war “Die Bremer Stadtmusikanten”! Diesmal sogar richtig mit 2 Erzählerinnen, natürlich ebenfalls Kinder der Gruppe. Ich war wirklich Baff, als ich sah, dass die Beiden Notizen in den Händen hielten! Sie haben wirklich mit ihren 4  bzw. 5 Jahren vor einem Publikum vorgelesen, und das gar nicht so schlecht! Das Theaterstück lief verhältnismäßig lang und die meisten Kinder kannten ihren Text komplett auswendig! Diesbezüglich war ich ein zweites Mal Baff.

Es erinnerte mich an das Schulfest, als ich in der 2. Klasse war. Damals trat unsere Klasse auch vor Publikum (Lehrer, Eltern, Freunde und Verwandte der Schüler) auf. Wir mussten alle einen Teil eines Gedichtes vorsagen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Es war eine absolute Katastrophe. Ich konnte glücklicherweise meine Strophe ganz gut, sodass ich vor Nervosität nur ein bisschen rot wurde. Doch die Proben der Wochen davor waren schlimm. Einige haben sich so sehr geweigert, dass sie am Ende nicht aufgetreten sind. Auch wenn das Schulfest (glaube ich) ganz nett war fand ich unseren Auftritt furchtbar, eben weil nur 80% der Klasse auf der Bühne stand.

Der Vormittag war fabelhaft! Ich war wirklich gerührt. Ich denke allen waren es.

Ich arbeite übrigens immer noch an den Straßenkarten, die ich vor einigen Einträgen erwähnt hatte. Es gibt immer wieder etwas zu verbessern und hinzuzufügen. Inzwischen hat der Ordner über 10 A3-Seiten! Alles für die Sicherheit und den Katastrophenschutz. Bspw. habe ich in der letzten Zeit alle öffentlich nutzbaren Telefone auf den Karten markiert. Falls es nämlich richtig heftig bebt und Gebäude in sich zusammenfallen, sind anschließend natürlich das Handynetz völlig überlastet. Öffentliche Telefone jedoch können auch bei Netzüberlastung benutzt werden, solange diese nicht beschädigt sind.

Zum Ende, 2 Fotos. Der Eingangsbereich der Tagesstätte und der Eingang von innen.
Eingangsbereich

Eingangsbereich von Außen

Bis zum nächsten Eintrag.

Glück im Unglück

Information January 12th, 2010

Heute morgen klingelte plötzlich mein Handy. Es war mein Kumpel Rin. Normalerweise schreiben wir uns immer E-Mails, aber diesmal ist es wirklich ein Anruf. Folgendes Gespräch:

Ich (noch im Halbschlaf): “Ja? Guten Morgen, Rin.”

Rin (plötzlich): “Wo bist du gerade?”

Ich (verwundert): “Noch Zuhause, bin gerade erst aufgestanden. Ich fahre gleich zur Arbeit.”

Rin: “Zuhause? Meguro?”

Ich: “Nein, nein… Ich bin vor etwa 1 Woche nach Takaban umgezogen. Hatte ich dir noch gar nicht gesagt…”

Rin: “Das Haus in dem du vorher gewohnt hattest ist angeblich bis auf’s Letzte niedergebrannt.”

Ich hielt es natürlich zunächst für einen schlechten Scherz und ging zur Arbeit. Nach der Arbeit bin aber doch zu meiner ehemaligen Bleibe gefahren, schließlich habe ich ja noch einiges an Gepäck dort liegen.

Alles verbrannt

Was ich dort vor mir sah, habe ich in der Form noch nie in meinem Leben gesehen. Ich konnte leider nur den Eingangsbereich (jap. “Genkan”) fotografieren, da es sehr dunkel war und ich auch kein Licht bei mir hatte.

Innen roch es fürchterlich und man konnte kaum etwas erkennen, da es wie gesagt sehr dunkel war, doch eines ist sicher: Es ist nichts verschont geblieben. Alle Hochbetten des share houses (über 10) scheinen komplett niedergebrannt zu sein. Als ich wieder rausging kam mir eine ehemalige Mitbewohnerin entgegen. Durch ihr erfuhr ich, dass es gleich eine kleine Gesprächsrunde mit allen ehemaligen Mitbewohnern gäbe. Dazu trafen wir uns alle in einer Karaokebox in der Nähe des Bahnhofs Meguro. Natürlich nicht zum Singen. Die Karaokekabinen, sind sehr gut isoliert, sodass es sich perfekt für eine intensive Gesprächsrunde eignet. TV und Karaokemaschine natürlich aus. Wir haben uns über Versicherungen und den weiteren Ablauf unterhalten. Alle anderen Mitbewohner wurden anscheinend in den verschiedenen share houses verteilt. Einige haben alles verloren. Konnten nur das retten was sie bei sich hatten. Das sind zum großen Teil die, die zu dem Zeitpunkt nicht im Hause waren, also Arbeiten oder sonst wo.

Ich habe zwar viele wichtige Dinge wie Dokumente, Briefe, Festplatten, Geld etc. bereits in die neue Wohnung gebracht, doch ganz verschont bin ich auch nicht geblieben: Klamotten, Koffer + Inhalt, Musik-Geräte (Mischpult, Verstärker usw.), Mitbringsel aus Deutschland, Bücher, CD + DVD’s… Alles verloren.

Aber das sind zum großen Teil Dinge, die man mit Geld wieder bekommen kann.
Der Mitbewohner (Musiker) gegenüber meines Bettes hat seine heiß geliebte Gitarre verloren… Der Designstudent schräg über mir hat seinen MacBook Pro mit allen Daten (Photoshop-Dateien) verloren… Der Dartspezi am anderen Ende des Raumes hat sein limitiertes Dart-Set verloren…

In den nächsten Tagen gibt es einiges zu tun. Vor allem wird das mit der Versicherung ein ganzes Stück Nerven kosten.

Aber das wichtigste ist doch, dass alle heil entkommen sind. Meine Arbeit in der Kindertagesstätte wird wie gewohnt weiter gehen. Ich verspreche, dass ich bald wieder etwas zu meinen dortigen Arbeiten schreibe.

Umzug, Stadtkarte und Weihnachten

Bericht, Information December 29th, 2009

Liebe Leser,

seit meinem letzten Eintrag sind wieder einige Wochen vergangen. Ich hatte einiges zu Unterkuenften in Japan geschrieben. Dies setzt sich nun in gewisser Weise fort: Ich ziehe schon wieder um. Es wird erstmal jedoch mein letzter Umzug sein. Ich bin innerhalb 3 Monaten (plus einigen Tagen) 3 mal umgezogen. Aber da ich ja nicht so viel Zeug bei mir habe ist das auch nicht so ein riesen Problem. Diesmal geht es wieder ein Stueck an die Kindertagesstaette ran. Meine erste Bleibe (Kamata) war so weit entfernt, dass ich mit dem Zug zur Tagesstaette musste. Meine 2. Bleibe (in der ich jetzt noch fuer 3, 4 Tage bin) ist nicht mehr ganz so weit entfernt (Meguro). Zu erst bin ich auch noch mit dem Zug gefahren, aber dann habe ich eine guenstigere Buslinie gefunden, bei der ich nicht einmal umsteigen muss. Letztendlich habe ich ein Fahrrad gestellt bekommen. Zu naechst hatte ich mich ziemlich verfahren, sodass ich ueber 1 Stunde 30 Minuten gebraucht habe. Als ich mich allmaellich zurecht gefunden hatte wurde daraus die Haelfte: 45 Minuten mit dem Rad. Das gin etwa 1 Monat lang so. Dann hat mich der Co-Leiter der Kindertagesstaette auf eine sehr hilfreiche Abkuerzung aufmerksam gemacht: Jetzt sind es nur noch knapp 20 bis 25 Minuten! Ich faehre mitten durch eine verlassene Wohngegend, aber der Weg ist einfach viel kurzer! In Zukunft werde ich jedoch nur noch geschaetzte 10-15 Minuten brauchen muessen!! Meine neue Bleibe ist preislich nicht grossartig anders, aber von innen sehr viel angenehmer und einfach naeher an meiner Arbeitsstelle (Takaban). Leider auch nicht mehr so zentral, aber wenn ich einige Minuten mit dem Rad fahre, dann komme ich auch an eine relativ zentrale Bahn-Station.

Da ein Umzug bevorsteht kann es sein, dass ich in den naechsten Tagen sofort auf E-Mails und Kommentare antworten kann. Ich bitte um Verstaendnis.

Eine “groessere Sache”, die ich in der letzten Zeit in der Kindertagesstaette zu erledigen hatte war das Erstellen einer Stadtkarte mit gewissen Notizen. Wenn die Kindergruppen mit Ihren Betreuern zu einem Spielplatz gehen, die Feuerwehr besuchen, zu einem Park gehen, etc. dann gibt es zahlreiche “Gefahrenpunkte”: Viel Verkehr, kurze Ampelphase, aggressiver Menschenstrom usw. Bisher wurde solche Punkte immer auf einer Stadtkarte per Hand vermerkt. Meine Aufgabe war es nun diese Handnotizen am PC zu digitalisieren. Welches Programm man in einem solchen Fall benutzt? Kein Ahnung. Ich habe mich irgendwie mit Excel herausgeholfen, d.h. der Co-Leiter, der sehr viel mit Excel arbeite hat mir viele nuetzliche Tricks gezeigt. Ich haette nie im Leben gedacht, dass man mit Excel so viele umfangreiche Dinge anstellen kann, zumal ich bisher eher weniger mit dem Programm zu tun hatte. Das Ergebnis war ziemlich zufriedenstellend. Ich habe etwa 2-3 Wochen fast taeglich an diesen Maps fuer 1-2 Stunden gearbeitet. Es gab insgesamt 8 kleine Routen und 2 Grosse zu digitalisieren. Um Ende ein schlichtes Deckblatt und fertig war das Kunstwerk. War schon eine Menge arbeit. Die Exceldatei hatte etwa 20 MB.
Das Erstellen an sich hat etwa 2/3 der Zeit gekostet. Das Uebrige 1/3 Zeit, ging beim Drucken drauf: Die Karten werden auf welchen Grund auch immer nicht so ausgedruckt, wie sie auf dem Bildschirm angezeigt werden. Bspw. fehlen die letzten Buchstaben bei einigen Notizen. Das Problem liess sich nach Stundenlangem vergroessern, herumschieben und ausprobieren halbwegs loesen.

Ach, es war ja schon Weihnachten! Habe ich hierzulande kaum mitbekommen. Natuerlich wurde kraeftig gefeiert und geschmueckt, ohne das einer weiss warum. Japan kennen “Kurisumasu” als Geschenkeverteiltag, nicht als christlichen Feiertag. Kinder sagen: “Weihnachten wird gefeiert, weil man da Geschenke bekommt!”, waehrend junge Erwachsene es als Partyanlass kennen. Meistens kauft der Mann seiner Freundin ein teueres Geschenk, anschliessend macht man sich einen schoenen Abend zusammen. Erinnert mich stark an den Valentinstag, der hier auch so aehnlich ablaeuft, nur nicht ganz so winterlich.
Meine Mutter hatte die grossartige Idee den Kindern im Kindergarten auch die traditionelle Seite des Weihnachtsfest zu zeigen. Sie kaufte eine Playmobil-Krippe und packte die Einzelteile als Adventskalender ein. Anschliessend schickte sie alles zusammen als Paket nach Japan. Am 24.12. war dann die Krippe vollstaendig und ich erzaehlte den Kindern die Weihnachtsgeschichte nach traditioneller Art. Da die Kindertagesstaette keine religioes orientierte ist musste ich etwas vorsichtig sein. Es war auch schwierig zu erklaeren, dass in der Geschichte das Kind Gottes Sohn sei. Um ehrlich zu sein kannte ich die Geschichte selber auch nicht bis ins Detail. Ich bin Atheist und war somit immer im “Werte und Normen-Kurs”.
Die Kinder sahen es auf alle Faelle als interessante Geschichte aus dem fernen Westen. Die Kinder haben alle sehr gespannt zugehoert. Kaum jemand hat dazwischen gerufen. Am Ende haben sich alle Kinder bedankt. Vor der Playmobilkrippe haben alle Kinder so respekt, dass sie sie kaum anfassen. Wenn eine Figur umfaellt dann springt sofort ein Kind auf und stellt sie wieder hin. Ich dachte, dass die Kinder damit spielen und es wie alle anderen Spielzeuge behandeln. Nun steht die Spielzeug-Krippe geordnet auf dem Regal und die Kinder stehen zu Zehnt drumrum und schauen sich die Plastikfiguren in Ruhe an.

Waehrend der Weihnachtstage wird uebrigens ganz gewoehnlich gearbeitet. Sollte einen eigentl. nicht wundern. Kurz, Weihnachten in Japan: Fuer Kinder und Paare ein Fest zum grundlos Spass haben, fuer Wirtschaftshaie ein leckerer Bonus, fuer ruhige japanische Seelen ein Tag wie jeder anderer.

Zum Ende: Ich habe gestern wieder einmal Blumen eingepflanzt. Diese Blumen tragen zufaellig meinen Namen: Die Sorte heisst angeblich “Julian”.

Ich wuensche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!

#01 – Unterkunft

Artikel December 13th, 2009

Ich habe mich entschlossen ab und an mal einen laengeren Artikel speziell fuer zukuenftige Freiwillige in Japan zu schreiben um ihnen den Einstieg etwas zu erleichtern.

Ich habe den Artikel bereits auf der o.g. Seite veroeffentlicht, allerdings wird er nur mit einem Fehler angezeigt, sodass er sich kaum lesen laesst. :evil:

Deswegen, poste ich den Inhalt hier in das Forum rein. Wuerde mich freuen, wenn es einigen bei der Suche nach Unterkuenften in Japan (darueber handelt mein erster Artikel) helfen kann. :)

Voila:

Eine der ersten Fragen die sich werdende Freiwillige stellen ist “Wie und wo komme ich ueberhaupt unter?”. Wenn die Einsatzstelle oder evtl. die Traegerorganisation eine Bleibe stellt ist dies natuerlich der Idealfall, d.h. der Freiwillige braucht muss sich kaum um diesen Teil der Organisation kuemmern.

In meinem Fall musste ich meine Unterkunft selbst organisieren: Kontaktieren, Vereinbaren und monatlich bezahlen. 80% dieser Organisation habe ich bereits in Deutschland abgeschlossen. Im Internet gibt es zahlreiche sog. Share-Houses. Diese “Teil-Haeuser” sind ganz einfach groessere Wohnungen in den mehrere Peronen wohnen. Kueche, Bad und Eingangsbereich wird geteilt.

Stichwoerter zum Suchen solcher Wohnungen: share house (シェアハウス), monthly mansion (マンスリーマンション), gaijin house (外人ハウス) (speziell eingerichtete Wohnungen fuer Nicht-Japaner) etc.

Meist besitzt eine Firma mehrere solcher Wohungen, verwaltet diese und richtet sie neue Wohnungen ein. Die wohl bekannteste ist wohl die Sakura-Group. Wenn ich richtig informiert bin fuehrt diese Firma hauptsaechlich gaijin houses. Da die Sakura-Group sehr erfahren ist und professionell arbeitet sind die Wohnungen auch entsprechend teuer. Wenn man bspw. “tokyo apartment monthly” googelt, dann wird die Sakura-Group wohl eine der ersten Google-Eintraege sein.

Am guenstigsten sind die “kleineren Firmen”, die nicht so viele Wohnungen verwalten. Allerdings kommt man mit Nicht-Japanisch nicht sehr weit. Es sind keine gaijin houses, sondern share houses. Im Prinzip das gleiche, nur eben nicht speziell fuer Nicht-Japaner. D.h., Internetseite, Anmeldung und Kommunikation laufen komplett auf Japanisch. Mitbewohner sind ebenfalls alles Japaner. Das heisst natuerlich, dass Nicht-Japaner nicht willkommen sind. Solange das Japanisch sitzt ist alles kein Problem.

Wenn ihr euch angemeldet habt und gesagt wurde, dass ein Platz frei ist, dann bekommt ihr per E-Mail eine Kontaktadresse, meist ist dies eine Handy-Nummer. Wenn ihr dann in Japan seit nehmt ihr direkten Kontakt mit einem Mitarbeiter der Firma auf. Ihr vereinbart Ort und Zeit und trefft euch meist an einer Bahnhofstation in der Naehe der Unterkunft. Ihr nehmt das ganze Gepaeck mit und lest den Vertrag durch: Einen Monat vor dem Ausziehen abmelden, nicht im Zimmer rauchen, alle Regeln befolgen, keine Nicht-Einwohner in die Wohnung lassen etc. Anschliessend zahlt ihr die erste Miete und das wars auch schon. Wenn ihr Fragen habt koennt ihr den Mitarbeiter, von dem ihr zuvor die Kontaktdaten bekommen habt, jederzeit kontaktieren. Ein Umzug, innerhalb der Wohnungen der Firma ist auch kein Problem. Ich war im ersten Monat auch in einer anderen Wohnung untergebracht, bin allerdings umgezogen, da die neue Wohnung ein Stueck naeher an der Kindertagesstaette ist.

Nun schreibe ich einige Zeilen zu den Unterkuenften an sich. Das erste was mir da in den Sinn kommt ist der Platzmangel. In meinem share house wohnen etwas ueber 20 Einwohner, weiblich/maennlich in getrennten Raeumen, jedoch ein gemeinsamer Gemeinschaftsraum, der zugleich Kueche ist. Abends, wenn die meisten nach Hause kommen ist es so eng, dass man 3 Leute fragen muss um bis zum Kuehlschrank zu kommen. Anschliessend wieder 3 Leute fragen ob man mal eben vorbei kann um die Mikrowelle zu bedienen. Es kommt auch oft vor, dass man einige Minuten warten muss, bis die Kochstelle frei wird.

Ich bin ziemlich schlecht im Schaetzen von Dingen, aber ich denke der Gemeinschaftsraum, der Kochstelle, 2 Spuelen, Fernseher, Grill, Mikrowelle, 2 Reiskocher, Waschmaschine, 2 Tische, 3 Regale und 7 Stuehle beinhaltet nicht einmal 15 qm gross ist. Nun sitzen 4 Leute auf den Stuehlen, einer steht im Hintergrund, einer kocht und der andere putzt sich die Zaehne. Da ist klar, dass es sehr schnell voll und unbequem wird. Der Fernseher ist bis auf Mitternacht (ab ca. 3 Uhr) ueberigens so gut wie immer an, d.h. etwa 20 Stunden am Tag. Japaner haben die Angewohnheit den Fernseher morgens einzuschalten, sogar noch bevor sie sich das Gesicht gewaschen haben.

Es ist aber nicht immer so voll. Wenn man Fruehaufsteher ist kann man oft den kompletten Gemeinschaftsraum fuer sich selber benutzen, besonders an Sonntagen. Wie es vormittags bis nachmittags ist weiss ich nicht, da ich zu der Zeit ja nicht im Hause bin.

Am kuerzesten kommt jedoch die Privatsphaere. Der einzige private Bereich ist das eigene Bett. Wenn man Glueck hat, dann hat man von Anfang an einen Sichtschutz haengen (ein mit Reiszwecken befestigter weisser Laken). Gestellt wird 1x Bettwaesche und eine Leselampe. Das Doppelbett ist extrem unbequem, sodass ich mir extra Bettwaesche zum draufliegen besorgt habe. Auf harten Untergrund zu schlafen war ich eigentlich gewohnt, aber da die Balken des Bettes extrem uneben sind tut am naechsten morgen immer der Ruecken weh.

Es gibt solche und solche Einwohner. Einerseits gibt es die freundlichen, offenen und hilfsbereiten Einwohner, mit denen man sich lustig unterhalten kann und evtl. sogar mal etwas zusammen unternehmen kann. Kommt allerdings ziemlich selten vor. Ich habe lediglich 2 mal mit Mitbewohnern zusammen ein Abendessen zubereiten koennen.

Andererseits gibt es die selbstfixierten, nichts-sagenden, die nicht gruessen und die ganze Zeit draussen sind oder in ihrem Bett rumhaengen. Da sie kein Wort mit den Mitbewohnern sprechen kann ich leider nicht viel zu diesen Leuten schreiben.

Ich schlafe in der unteren Haelfte eines Doppelbetts. Der Einwohner ueber mir ist einer dieser nichts-sagenden. Nach der Arbeit macht er sich schnell ein simples Abendessen und legt sich dann in sein Bett um bis 2, 3 Uhr Videospiele (PSP, DS etc.) zu spielen oder Mangas zu lesen.

Nun kommt sicherlich der interessanteste Teil dieses Aufsatzes: Die Mietkosten. Um es kurz und schmerzvoll zu machen, 4/5 meiner kompletten Unterstuetzung geht fuer die Miete drauf. Rechnet mit mindestens 280 Euro im Monat, wenn ihr euch fuer semizentral Tokyo entscheidet.

Ich habe mich auch ueber ganz gewoehnliche Einzelwohnungen informiert, aber habe schnell gemerkt, dass es ein Luxus ist den ich mir im Moment absolut nicht leisten kann. Wenn ihr ein eigenes Apartment mit Kochstelle und Bad in Tokyo mieten wollt, dann rechnet mit 400 Euro bis 500 Euro im Monat. Eng und nicht-zentral wird es trotzdem sein.

Ich hoffe ich habe es nicht allzu kompliziert gemacht. Wenn ihr Fragen habt, dann kontaktiert mich einfach

Routine

Bericht December 1st, 2009

In der letzten Zeit erledige ich bestimmte Dinge regelmaessig.

Eine Putzhilfe ist neuerdings jeden Montag nachmittag nicht im Hause. Somit erledige ich ihre Aufgaben: Waesche waschen, aufhaengen und falten, den Eingang und die Strasse fegen, den Hof saeubern etc.

Jeden Mittwoch ab 3:30 Uhr findet “der Club” statt. Das, was “der Club” genannt wird ist schlichtweg ein Treffen ehemaliger Kinder, die die Kindertagesstaette besuchten, d.h. Grundschulkinder. Das ist ein freiwilliges Angebot der Kindertagesstaette an dem Kinder der 1. bis zur 6. Klasse teilnehmen koennen. Im Moment kommen allerdings nur 1.-3.-Klaessler regelmaessig. Es wird gespielt, gekocht, gebastelt, gebacken etc. Ich helfe inzwischen regelmaessig im Club.

Ich habe in den ganzen 19 Jahren meines Lebens noch nie so einen Winter erlebt: Vor wenigen Tagen war es noch kanpp 20 Grad. Morgen sind es laut Wettervorhersage auch etwa 14 Grad. Trotzdem finden Japaner dies bereits kalt und bleiben im Haus. Ein leichtes Jacket reicht voellig aus. Es soll zu Jahresanfang jedoch “richtig kalt” werden, d.h. also fuer mich angenehm kuehl.

Die Kindertagesstaettengruppe veroeffentlicht jeden Monat ein Gratis-Blatt (zweitig bedruckte Seite) mit verschiedensten Informationen und Artikel. Ich hatte bereits geschrieben (hatte ich doch oder?), dass ich “eine Ecke” dieses Blatts bekommen habe um meinen Senf dazu zugeben. Das erstemal (also die Novemberausgabe) kam meine Ecke ziemlich gut an: Ich habe den Platz fuer die komplette Dezemberausgabe bekommen! Insgesamt habe ich 7 kleine Artikelchen geschrieben. U.a. ueber deutsches Spielzeug, ueber das Lied “Haenschen Klein”, das in der japanischen Version von Schmetterlingen erzaehlt, ueber deutsche Kindertagesstaetten im Allgemeinen und einiges mehr.

Da die Kindertagesstaette keine religioesorientierte ist, wird nicht grossartig fuer Weihnachten vorbereitet oder geschmueckt. Am 24./25./26. ist auch kein Feiertag, allerdings am 23.! Wisst ihr was am 23. Dezember in Japan fuer ein Feiertag ist? Es ist schlicht und einfach der Geburtstag des Tennos!

Endlich!!!

Bericht November 21st, 2009

Hallo Liebe Leser,

tut mit wirklich unendlich Leid, dass ich die ganze Zeit den Blog nicht updaten konnte. Wir hatten nun knapp 1 Monat keinen PC im Share-House. Ab und zu konnte ich vom Kindergarten aus schreiben, aber das hielt sich auch in Grenzen.

Doch nun ist alles beim Alten: Wir haben wieder einen Rechner, d.h. ich kann wieder regelmaessig den Blog aktualisieren!

Es gibt unendlich viele Dinge zu schreiben. Ich beginne einfach mal mit dem Loesen des kleinen Raetsels: “Mit — reden”, hatte ich im letzten Eintrag geschrieben. Mit wem oder was reden japanische Kinder? Die Antwort lautet: mit dem Essen! Ganz genau, richtig gelesen. “Mit dem Essen reden” ist eine japanische Erziehungsmethode.

Unzwar: Wenn das Kind nicht fertig aufessen konnte endschuldigt es sich beim Essen. Schaut sich das Essen an und entschuldigt sich. Somit baut das Kind eine Art Gefuehl gegenueber dem Essen auf, sodass es dem Kind Leid tut. “Das naechste Mal werde ich aufessen!”.

In den letzten 2 Tagen war ich in einer anderen Stadt, namens Kouri-Yama. Die liegt etwas noerdlich, d.h. es ist etwas kaelter. Dazu kommt, dass es in den Bergen liegt. Es war kalt und nass.

Es ging gestern um 5 Uhr morgens los, bzw. ich bin um 5 Uhr aufgestanden. Um 7 Uhr traf ich mich mit dem Besitzer der 4 Kindertagesstaetten, der mich per Auto nach Kouri-Yama brachte (ca. 3, 4 Stunden Fahrt?). Drueben, trafen wir noch einen weiteren Vertreter einer Kindertagesstaette und fingen mit den Arbeiten an. Was fuer Arbeiten ueberhaupt?

Die Kindertagesstaettengruppe plant eine Art Bungalow-Camp fuer Kinder in den Bergen. Dafuer wurden alte “Haeuschen” und “Huetten” abgerissen und neue Gebaeude gebaut. Unsere Arbeit war es die alten Haeuser und Huetten leer zu raeumen und “Noch brauchbar” von “nicht mehr brauchbar” zu trennen. Das war eine recht staubige Arbeit. Im Endeffekt war es aber ein wunderschoener Trip in den Bergen Japans.

Uebernachtet haben wir in einem anderen Bungalow-Camp. Dort gab es ein Schnell-Restaurant, ein Badehaus und eine ziemlich gemuetliche Lounge. Unser Haeuschen war von Innen recht gross, sodass man sich richtig gemuetlich machen konnte. Obwohl wir ziemlich erschoepft waren haben wir uns bis ca. halb-12 unterhalten: Religion, derzeitige Situation der Kindertagessstaetten, Politik, Komedie, Agrarwirtschaft… Recht “schwere” Themen zur spaeten Stunde (bis auf Komedie vielleicht).

Am naechsten Tag (heute) ging es recht gemuetlich los. Um ca. 8 Uhr Fruehstueck, anschliessend ruhig und langsam Richtung Bungalow-Camp. Leider hat es recht stark geregnet, sodass wir etwas verspaetet anfangen mussten. Aber die Zeit haben wir natuerlich mit Arbeiten genutzt, die man “Innen” erledigen kann: Aufraeumen, fegen, sortieren, tragen, putzen etc.

Um ca. 5 Uhr haben wir uns auf den Rueckweg gemacht. Vorher noch eine koestliche Nudelsuppe (Ramen) zum Aufwaermen des Koerpers und los ging es. Da naechste Woche Montag Feiertag ist, somit langes Wochende, hat sich die “Autobahn” etwas gestaut. An manchen Gegenden ging es recht schleppend voran, sodass wir ca. 1, 5 Stunden laenger gebraucht haben. Zurueck in Tokyo, wurde ich bis zum Shinjuku Bahnhof gebracht. Von dort aus sind es nur 6 Stationen bis zum Share-House.

Nun sitze ich hier am “neuen Gebraucht-Share-Netbook” und tippe. Es ist kurz nach 11, aber ich bin nicht wirklich muede. Vielleicht lese ich noch etwas im Buch, das ich letztens gekauft habe, dann werde ich sicherlich muede.

Gute Nacht.

PC kaputt

Information November 4th, 2009

Liebe Leser,

leider ist unser GeimschaftsPC seit ueber einer Woche kaputt. Er startet nicht mal mehr. Warscheinlich ein Wurm.

Deswegen konnte ich in der letzten Zeit diesen Blog nicht updaten… und werde es immer noch nicht machen koennen. Ich schreibe gerade vom Buero der Kindertagesstaette aus, waerend meiner Pausenzeit.

Es gibt vieles zu berichten und wenn der Rechner nicht kaputt waere haette ich schon mindestens 3 weitere Artikel geschrieben.

Ich bitte um euer Verstaendnis. Ich hoffe, das unser Share-House schnellstmoelgich einen neuen Rechner, bzw. einen funktionierenden Rechner bekommt!

Ganz knapp zusammengefasst was ich in der letzten Zeit gemacht habe: Das Kidertagesstaetten-Informationsblatt ins Deutsche uebersetzt (als naechstes ins Englische), Blumengepflanzt, eine kartoffelaehnliche Pflanze geerntet, geputzt, geholfen und vieles mehr.

Das naechste Mal werde ich ueber etwas berichten, das ich schon seit langem los werden moechte: Eine speziell japanische Erziehungsmethode! Ich nenne Sie “Mit — reden”. Ihr koennt ja gerne raten mit wem oder was die japanischen Kinder reden. Ich finde es ziemlich lustig, aber gleichzeitig interessant. Sehr “japanisch”.

Bis zum naechsten Eintrag, hoffentlich in wenigen Tagen…

Photos und Schweinegrippe

Bericht October 17th, 2009

Am heutigen Samstag wurde das Herbstfest veranstaltet. Um 8:50 Uhr trafen sich alle Mitarbeiter und Betreuer im Kindergarten, die Kinder kamen direkt mit ihren Eltern zum, fuer japanische Verhaeltnisse recht grosssen, Spiel- und Sportplatz.

Es lief alles nach Plan. Die Kinder hatten anscheind viel Spass und die Mitarbeiter und Betreuer viel zu tun. Ich habe mal hier und mal da geholfen. Ich war meist am Bowlingstand und habe die Kinder, die erfolgreich die Kegel umgeworfen haben, mit Aufklebern belohnt. Es wurde viel gelacht, gerannt, getanzt und in der Pause wurde gegessen. Am Ende habe ich auch noch bei einem Ball-Werf-Spiel mitgespielt, bei dem die Vaeter der Kinder gegen die Mitarbeiter des Kindergartens antreten mussten. Leider hat unser Mitarbeiten-Team verloren.

Am Ende wurden alle Schilder, Staende, Spielsachen und Tische wieder in den Kindergarten zurueckgebracht. Dort wurde noch ca. eine halbe Stunde sauber gemacht und dann war das Herbstfest vorbei.

Endlich Photos!, mag der eine oder andere Leser denken, wenn er den Titel liesst. Aber leider muss ich euch enttaeuschen. Es gab bisher keine Photos und diesmal wird es auch keine geben. Das hat folgenden Grund: Ich habe eine Art Abmachung mit dem Kindergarten vereinbart, bzw. alle Mitarbeiter muessen diese Art Vertrag unterschreiben. Es ist aus Sicherheitsgruenden verboten Photos von den Kindern zu machen.  Mir wurde gesagt, wenn ich Photos im Internet veroeffentlichen (d.h. hier in den Blog stellen moechte) muesste ich die Gesichter der abgebildeten Personen (wuerden natuerlich meistens Kinder sein) mit einem Mosaic versehen. Leider habe ich im Moment keinen eigenen Computer, sonst waere das kein Problem.
Deswegen wird es erstmal keine Photos geben. Ich bitte um Verstaendnis.

Nun komme ich zum 2. Teil des Titels: Schweinegrippe. Auf japanisch: shingata-infuluenza. shingata bedeutet “neue Form” und infuluenza ist die “Influenza (Virusgrippe)”.

Vor einigen Tagen hustete eine Person und machte einen erkrankten Eindruck. Eine andere Person fragte daraufhin “Oh? shingata-infuluenza oder einfach erkaeltet?” Die erkrankte Person meinte, dass es eine einfache Erkaeltung sei.
Wenn in Japan dies gefragt wird ist es inzwischen kein Scherz mehr. Es scheint fast schon selbstveerstaendlich. Die Person erzaehlte daraufhin, dass ihre Schwester die Schweinegrippe hatte und ueber 40 Grad Fieber hatte.
Von einem ehemaligen Kindergartenkind erfuhr ich, dass ihre Grundschulklasse (3. Klasse) ca. 1 Woche schulfrei hatte, da 2 Schueler der  Klasse an der Schweinegrippe erkrankt waren. “Aber das ist doch nichts ungewoehnliches! In der Schule meiner besten Freundin wurden deswegen schon 3 Klassen geschlossen! Die eine Klasse hatte 1 Woche laenger Sommerferien! Das ist gemein!”, sagte sie. 
Ich hoffe das endet bald. Unser Kindergarten ist uebrigens sehr hygenisch, wie ich festgestellt habe! In den Toiletten haengen sogar Desinfektionsmittel, die die Kinder alle benutzen.

In Japan gibt es uebrigens keine Herbstferien.